Fahrer-Rochaden für 2019

Neues Jahr, neues Glück! Ganz nach diesem Motto stellt sich auch die Formel 1 für kommende Saison 2019 neu auf. Okay, die ganze Formel 1 ist zugegeben ein wenig überspitzt formuliert, aber zumindest was die Fahreraufstellung betrifft, bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Hier die Übersicht:

 Neue Piloten für 2019

Mit Spannung wird vor allem der Einstieg neuer Piloten, sogenannten Rookies, erwartet. Diese sind im Regelfall Ausnahmetalente, die die Formel 1 – Lizenz in Windeseile gelöst und die darunterliegenden Formelserien regelrecht zerfetzt haben. Einer dieser Newcomer hat 2019 die Ehre, sein Talent im Williams unter Beweis zu stellen. Das britische Team war im letztjährigen Feld zwar als klares Schlusslicht angesiedelt, Lance Stroll machte aber deutlich, dass auch mit Williams ein Podium möglich ist. (Der historische 3. Platz im Williams liegt sogar schon zwei Saisonen zurück, er fand in Azerbaijan 2017 statt, doch auch vor zwei Jahren war der Williams wahrlich keine Rakete.)

Formel 2 – Weltmeister bei Williams

Zurück zu unserem Newcomer: Er heißt George Russell, ist 20 Jahre alt und stammt aus England. Das Nachwuchstalent wird am Fahrermarkt keineswegs günstig gehandelt; immerhin kann er den GP3 Titel 2017, sowie den letztjährigen Formel 2 – Titel verzeichnen. Talent und Nerven scheinen also vorhanden zu sein, stellt sich die Frage, ob der junge Brite an seine letztjährigen Erfolge anknüpfen kann und dem Williams zu neuen Höhenflügen (das sind auch schon ein paar WM-Pünktchen) verhelfen kann.

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Der amtierende F2 – Weltmeister George Russell in Action 

Comeback für „Veteran“Kubica

An Russells Seite fährt eine wahre Legende, die wir schon vor 13 Jahren, damals im BMW-Sauber bewundern konnten. Die Rede ist vom Polen Robert Kubica. Das Renn-Urgestein (34 Jahre) hat 2008 mit seinem Sieg in Kanada Geschichte geschrieben und konnte sich zum ersten polnischen Formel 1 – Sieger küren. Er war es, der ein Jahr davor, sprich 2007, spektakulär in Kanada abflog, und dabei tausende Fans schockte, als Kubica nach frontalem Mauer-Aufprall mit weit über 200km/h und mehreren Überschlägen regungslos in den Gurten hing. Er war es auch, der vor 10 Jahren als unglaubliches Talent gehandelt wurde, der für 2012 einen Ferrari-Vertrag unterzeichnete, seine Position im Italo-Boliden allerdings nicht wahrnehmen konnte, nachdem der Pole im Winter 2011 bei einem Rallye-Unfall schwerst verletzt wurde. (Kubica wurde damals zwischen Auto und einer Kirchenmauer eingeklemmt, zog sich zahlreiche Knochenbrüche zu, sein rechter Arm leidet noch immer unter den Folgen des Horrorcrashs.)

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Kubica in einem BMW Sauber 2007

Hochkarätige Aufstellung

Dass der Pole Autofahren kann (egal ob Rallye, oder Formel 1) ist also alles andere als ein Geheimnis. Williams scheint für 2019 fahrertechnisch schwere Geschütze aufzuziehen und es wird sich weisen, ob der hochbegabte Rookie Russell, oder doch der gezeichnete Routinier Kubica das Team-interne Duell entscheidet.

Auch Sauber legt vor

Das Team Alfa Romeo Sauber scheint eine ähnliche Taktik zu verfolgen, wie Konkurrent Williams: Einen Youngstar und einen alten Hasen an die Spitze setzen, um die perfekte Balance zwischen frischem Wind und Altbewährtem zu finden: Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen bilden das Duo 2019 für das Schweizer Team. Giovinazzi ist Italiener, 25 Jahre alt und war bereits 2017 bei den Grand Prix in Australien und China zu sehen, als Giovinazzi Sebastian Wehrlein vertrat, auch damals im Sauber. 2017 war er sogar dritter Fahrer, sprich Reservefahrer bei der Scuderia Ferrari.

Kimi bäckt 2019 kleinere Brötchen

Kollege Räikkönen, der älteste Mann im Feld, der Ende 2018 auf der FIA-Gala für Unterhaltung sorgte, nachdem er volltrunken die Bühne betrat, öfters das Gleichgewicht verlor, Vettel mehrfach grundlos umarmte, über ein Geländer kletterte, da er sich am Weg zu seinem Sitzplatz verlaufen hatte und sich schlussendlich eine dicke Zigarre gönnte, wird 2019 den erfahrenen Teamkollegen für Giovinazzi bilden. Für den Iceman schließt sich somit ein Kreis, nachdem der Finne 2001 bei Sauber debütierte. Dass 2019 top-Platzierungen oder sogar Podiumsplätze herausschauen, ist zwar nicht unmöglich, aber dennoch unwahrscheinlich. Viele Fans sind jedoch überglücklich, dass der vermutlich wortkargste Pilot des Feldes noch nicht in Ruhestand geht und die Formel 1 – Welt weiter mit trockenen Statements versorgen kann.

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ein seltenes Phänomen: ein lachender Iceman. Foto aus 2002, damals bei Sauber, ab 2019 erneut 

Auch Toro Rosso stellt sich neu auf

Die Red Bull – Schwester tauscht für 2019 beide Piloten (Gasly konnte zu Big Brother Red Bull aufsteigen, Hartley musste gehen) und setzt Daniil Kvyat und Alexander Albon ein. Der Russe Kvyat fuhr schon in der Vergangenheit für die Bullen, fiel dabei vor allem durch seine aggressive Fahrweise, den Hang zu spektakulären Unfällen und harten Statements („That’s racing“) auf. Ob er Toro Rosso ins Rampenlicht rücken, oder den Boliden doch nur ramponieren kann, wird sich 2019 weisen.

Nachwuchsthailent

Alexander Albon ist ein Newcomer, 22 Jahre alt und stammt aus Thailand, welches keine „typische“ Nationalität für einen Formel 1 – Fahrer darstellt. Albon fuhr 2018 in der Formel 2 Serie, konnte einige Siege und Podestplätze erzielen und wird mit Spannung in der Formel 1 erwartet.

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Einer der besten Formel 2 – Fahrer wechselt in die Königsklasse: Alexander Albon

2019 ohne Alonso

McLaren hat genauso wenig vor einem kompletten Fahrertausch halt gemacht: Legende Fernando Alonso verließ die Formel 1 mit Saisonende 2018, sorgte für zahlreiche Trauermomente bei Formel 1 – Fans, denn die typische Attitüde des Spaniers ließ Fans lachen, Teams auseinanderbrechen und verärgerte sogar den japanischen Motorenhersteller „Honda“, nachdem Alonso beim Großen Preis von Japan 2017 am Funk lautstark über seinen schwachen Honda-Motor ätzte: „GP2 Engine!“, schrie der wütende Spanier öfters in den Funk und wollte damit anmerken, dass sein McLaren aufgrund des eingebauten Honda-Motors so „langsam“ wie ein Formel 2 – Wagen sei. Genau vor japanischem Publikum missfiel diese Aktion „Honda“ schwer.

Spanische Spaßkanone

Bei seinem Abschlussrennen erlaubte sich Alonso in der letzten Runde einen Spaß, kürzte an allen Ecken und Enden die Strecke ab, fuhr absolute Rundenbestzeit und erhielt dafür von den Stewards gleich mehrere Zeitstrafen, die seine Endplatzierung (Platz 11) allerdings nicht mehr veränderten. Alonso meinte gegenüber der Presse, er wolle sich aus der Formel 1 zurückziehen, nachdem ihn diverse andere Rennserien reizten, „um ein kompletter Rennfahrer zu werden.“ Ein Comeback hält der Spanier jedoch für möglich.

Vandoorne geht

Alt-Teamkollege Stoffel Vandoorne konnte 2018 überhaupt nicht überzeugen, er musste seinen Posten räumen und wird, wie Esteban Ocon bei Mercedes als Simulatorfahrer eingesetzt. Ersetzt werden die beiden Piloten durch Carlos Sainz, der die vorherigen Saisonen bei Renault verbrachte und Newcomer Lando Norris.

Unterwürfiges Nachwuchstalent

Der erst 19-jährige Brite gewann 2017 den Formel 3 – Titel und wird, ähnlich wie Landsmann Russell als Nachwuchsfahrer mit hohem Potential gehandelt. 2018 entstand eine Aufnahme von Norris, wie er in der McLaren-Box dem damaligen Piloten Fernando Alonso ehrfürchtig eine Tasse Kaffee serviert, Alonso grinst zufrieden.

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2018 winkte Alonso den Formel 1 – Fans (vorerst) zum letzten Mal zu; die Tür zurück in die Formel 1 lässt er sich jedoch einen Spalt offen

 

Spaßbremse Wolff

Auch vor Racing Point Force India macht die Fahrerochade 2019 nicht halt. Der Mexikaner Sergio Perez bleibt zwar, Esteban Ocon musste seinen Platz jedoch räumen und wechselte zu Mercedes, wo er als Test – und Simulatorfahrer eingesetzt wird. (Bei einer Pressekonferenz, die kurz nach dem Brasilien GP abgehalten wurde, wo Ocon überrundet mit dem führenden Verstappen kollidierte, siehe 1. Blogbeitrag, gab Wolff Ocons Wechsel zu Mercedes bekannt. Red Bull – Chef Christian Horner fragte den Wiener daraufhin frech, ob Mercedes Ocon denn auch die Flaggen, insbesondere die blaue (überrunden lassen), lernen würde. Während der Saal lachte, verzog Wolff keine Miene, er fand es absolut nicht lustig.

ÖAMTC Welt des Motorsports – Freitag, 2. Dezember (Begleitend zu FIA Gala in der Wiener Hofburg)
Hatte nichts zu Lachen: Mercedes-Chef Toto Wolff

Stroll Racing Point

Force India wurde während laufender Saison  2018 von Lawrence Stroll, Lance’s Daddy, aufgekauft und verlor dabei alle Punkte. Das könnte eventuell, aber wirklich auch nur eventuell, der Grund dafür sein, dass Sohnemann Lance Stroll 2019 im Force-Stroll, Pardon, Force India Racing Point – Boliden sitzen darf, wahrscheinlich ist es aber nur wilde Fantasie.

Altbewährt ist nicht verkehrt

Haas vertraut weiterhin auf Roman Grojean und und Kevin Magnussen, Rivale Renault hat hingegen einen neuen Spitzenfahrer an Land gezogen: Neben Langzeit-Pechvogel Nico Hülkenberg  (156 Rennen, kein Podium, Weltrekord!) startet 2019 Daniel Ricciardo für das „Best of the Rest – Team“ (4. Platz in der Konstrukteurs-Wertung 2018)

Ricciardo hofft auf bessere Zeiten

Der Australier wurde letztes Jahr von einer wahren Pechsträhne geplagt, fiel am häufigsten von allen Piloten aus den Rennen, fast immer waren technische Gebrechen dafür die Ursache. Ricciardo gab in Interviews 2018 offen zu, sauer auf sein Team zu sein und bezeichnete seinen Red Bull – Boliden als „verflucht“.

Australischer Autoschmuser

Aus alten Interviews ist bekannt, dass Ricciardos Beziehung zum aktuellen Formel 1 – Wagen stets von hoher Intimität ist, so „massiere und küsse er es“. Im neuen Team Renault sind die Erwartungen jedenfalls hoch, Teamchef Alain Prost meinte stolz Ricciardo würde „Renault in eine neue Dimension bringen.“ Verdient hätte es sich Ricciardo, 2019 abliefern zu können, doch auch er muss sich vorraussichtlich, ähnlich wie Räikkönen, mit Plätzen außerhalb der Top 3 zufriedengeben.

daniel ricciardo
Eine 5-jährige Ära geht zu Ende:  Daniel Ricciardo und Red Bull Racing

Mercedes-Stern am Firmament

In einem Interview verriet der Australier, auch ein Angebot von Mercedes bekommen zu haben. Dieses lehnte er allerdings ab, nachdem ihm die Anfrage nicht präzise genug war und eine Antwort seitens des Nummer 1 – Teams zu lange auf sich warten ließ. Ricciardo, ein Mann der anscheinend weiß, was er will.

RedBull setzt auf Youngstars

Red Bull hält an Max Verstappen fest, Pierre Gasley tritt in Ricciardos große Fußstapfen (nicht wegen der Körpergröße) und muss sich 2019 in einem der drei Top-Teams beweisen. bleibt zu hoffen, dass sein Nervenkostüm hält. Potential hat der junge Franzose nämlich auf jeden Fall. Die beiden Piloten sind zusammen gerade einmal 43 Jahre alt, lediglich vier Jahre mehr wie Urgestein Kimi Räikkönen.

Monegasse erobert die Scuderia

Ein ähnliches Los wie Gasley hat auch Nachwuchstalent Charles Leclerc. 2018 noch frisch im Formel 1 – Zirkus angekommen, wurde der Monegasse vom unerwartet verstorbenen Ferrari-Altpräsidenten Sergio Marchionne persönlich in den Sitz gehievt. Das sorgte bei den Fans für gemischte Gefühle, immerhin musste Publikumsliebling Räikkönen seinen Platz räumen. Funfact: Der Finne fuhr schon Formel 1 Rennen, als Leclerc gerade einmal drei(!) Jahre alt war. Umso erstaunlicher ist Charles Leclercs unglaubliches Talent: Er konnte 2018 im Sauber enorm abliefern, wurde 13. in der Fahrerwertung und konnte vor allem durch starke Qualifyings überzeugen. Teamkollegen Marcus Ericcson wurde vom jungen Monegasse regelrecht dominiert, obwohl dieser seit 2014 im Formel 1 – Zirkus tätig war, 2019 aber keinen Platz in einem der Teams ergattern konnte und nun in der IndyCar – Serie partizipiert.

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Auf dem jungen Monegassen lastet enormer Druck: Kann er den hohen Anforderungen von Scuderia und Fans gerecht werden?

Mercedes: Erfolgswiederholung mit alter Besetzung?

Last but not least: Überflieger Mercedes bleibt seinen Piloten treu, Valtteri Bottas und Lewis Hamilton bleiben das Silberpfeil-Gespann für 2019. Dabei wurde der Sitz des amtierenden Weltmeisters Hamilton bereits im Juli in Stein gemeißelt, sein Vertrag wurde um zwei Jahre verlängert, Bottas hingegen musste ein wenig zittern, bevor auch sein Platz für zumindest ein weiteres Jahr bei Mercedes garantiert wurde. Bottas hätte zu wenig Performance gezeigt, obwohl sich dieser durch Konstanz bzw. sauberes und ruhiges Fahren auszeichnet. Weiters ist der Finne seinem Team unendlich treu, befolgte jede Teamorder, unterstützte Hamilton bei seinem Titelgewinn mit allen Mitteln (Verzicht auf Sieg inklusive) und handelte sich so den Ruf ein, Hamiltons „Wingman“ zu sein. Eine freche Anschuldigung, die jedoch einen wahren Kern hat, dieser Kern ist allerdings auf Teambasis entstanden und Teil des Loses, von Stallordern zum Fahrer 2 degradiert zu werden.

Auch in der Chefetage rollen Köpfe

Neben einer der größten Fahrer-Rochaden der Formel 1 – Geschichte, gibt es auch ganz oben Veränderungen: Ferrari – Chef Maurizio Arrivabene muss seinen Posten räumen und wird durch Mattio Binotto ersetzt. Arrivabene soll mit dem Chefsessel bei Juventus Turin liebäugeln, fad wird dem 61 – jährigen Italiener also gewiss nicht.

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Grantig wie eh und je: Maurizio Arrivabene

Neuer Chef bringt neues Image

Durch den Chefwechsel bei Ferrari könnten diese einen deutlichen Imagewechsel bekommen: Unter Arrivabene gab sich Ferrari zugeknöpft und konservativ, so waren die Springpferde als einziges Team nicht Teil der eSports Kampagne der Königsklasse. Auch sonst war Arrivabene, der ursprünglich aus dem Management der Tabakindustrie stammt, als wortkarg, bitterernst und medienfeindlich verschrien. Den gewünschten Auftrieb, mit dem Ziel des Fahrer – bzw. Konstrukteurtitels konnte auch er nicht bringen (Ferrari ist seit 2007 fahrertitellos, 2008 errangen sie das letzte Mal den Konstrukteurstitel), jetzt soll’s der neue Boss, der als ruhig und einfühlsam gilt, richten.

Nachtschwärmer im Vorteil

2019 wird eine interessante Saison, die vor allem durch eine Vielzahl an neuen Fahrern bzw. Fahrern in neuen Teams besticht. Startschuss ist am 17. März in Melbourne, Australien, das erste freie Training startet für ZuseherInnen unseres Breitengrades um 03:00, Aufstehen bzw. Aufbleiben lohnt sich!

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Der Albert Park Circuit in Melbourne, Australien eröffnet die Formel 1 – Saisson 2019

Reifenrevolution

Ein Auto benötigt vier Reifen, um zu fahren. Außer es handelt sich um den Erzfeind von Mr. Bean, in diesem Fall sind es nur drei. Hat ein motorisiertes Fahrzeug lediglich zwei Reifen, spricht man von einem Motorrad. Doch wir bleiben erst mal bei vier Stück, immerhin dreht sich hier alles um die Formel 1.

Alles ganz einfach…

Dass in der Königsklasse des Motorsports nicht immer alles trivial ist, sollten nicht nur eingefleischte Motorsport – Fans mitbekommen haben. Nicht umsonst assoziiert man die Formel 1 als jene Sportart mit den meisten Regeln (von American Football einmal abgesehen…) Und so schafft die Motorsportklasse das Kunststück, aus banal runden und schwarzen Gummibestandteilen eines Fahrzeuges, die den einzigen Kontakt zwischen Fahrzeug und Straße herstellen, eine eigene Wissenschaft zu machen: die Reifen.

In der heutigen Ausgabe soll sich alles um die schwarzen Gummimischungen drehen, die neben vielen anderen Faktoren ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage sind. Welche Reifenangebote gab es in der vergangenen Saison 2018 und welche dramatischen Änderungen kommen auf den Formel 1 – Zirkus und alle mitfiebernden Fans zu?

…oder etwa doch nicht?

Zunächst einmal gilt es, Panik zu vermeiden: Sie sind nach wie vor schwarz, rund und auf vier Stück gleichzeitig am Auto befindend dezimiert. Und trotzdem gibt es dabei einiges an Erklärungsbedarf: Jährlich ergeben sich in der Königsklasse mehr oder minder gravierende Änderungen am Reifenreglement der Boliden: Dimension, Dicke, Mischung, Beschaffenheit, Hersteller, Lebensdauer, Performance, etc. sind Jahr für Jahr schwankende Parameter. Zur Übersicht folgt eine Auflistung des Reifenregelements 2k18:

Was es 2018 an rundem, schwarzen Gummi gab

In der vergangenen Saison unterschied man zwischen sechs verschiedenen Reifentypen für trockene Streckenverhältnisse: Hard, Medium, Soft, Supersoft, Ultrasoft und Hypersoft. Von jener Auswahl mussten pro gefahrenem Rennen mindestens zwei unterschiedliche Typen verwendet werden; die möglichst adäquate Auswahl zu treffen, ist wichtiger Teil der jeweiligen Teamstrategie und gehört zu den Kernaufgaben der Renningenieure. Additional sind noch die Reifentypen Intermediate und Regen vorhanden, diese werden allerdings nur bei nassen Bedingungen angewendet und müssen während eines Grand Prix nicht zwingend getauscht werden. (ergo gibt es bei Regenrennen seit dem Abschaffen des Nachtankens 2010 keine verpflichtenden Boxenstopps.)

Pirelli, der langweilige Platzhirsch

So viel zum Status Quo, doch welche Änderungen bezüglich Reifen wird uns in der Saison 2019 erwarten? Der italienische Reifenproduzent „Pirelli“ bleibt Alleinausrüster. Dieser musste 2018 öfters die Anschuldigung über sich ergehen lassen, die Reifen seien „zu gut“ produziert, sprich sie verschleißen zu langsam und bieten durch lange Haltbarkeit weniger Spannung im taktischen Renngeschehen.

Pirelli_Bild

Chaos vermeiden, denn weniger ist mehr!

Weiters stifteten die (zugegebenermaßen) recht willkürlich klingenden Soft-Bezeichnungen Verwirrung. Zur Erinnerung: Hypersoft ist ganz ganz ganz weich, während Ultrasoft „nur“ ganz ganz weich und Supersoft lediglich ganz weich ist. Soft ist übrigens weich. Damit ist ab kommender Saison Schluss, die Reifen werden ab 2019 schlicht und sexy als „soft“, „medium“ und „hard“ bezeichnet. Also back to the roots, baby! Ganz klassisch wird auch die Farbkennzeichnung (erkennbar am farbigen Rand der Pneus), diese besinnt sich auf rot (=soft), gelb (=medium) und weiß (=hard). Für alle nicht-Hardcore-Fans sei am Rande erwähnt, dass die Saison 2018 einen wahren Regenbogen an Farbmarkierungen bot, die den jeweiligen Härte – (oder doch Weichheits??) – Grad „veranschaulichen“ sollte.

Pirelli 2017

bunt wie ein Regenbogen: die Pirelli-F1-Kollektion 2018

Hart ≠Hart

Ganz so einfach bleibt es dann allerdings doch nicht. Hart ist nämlich nicht gleich hart und weich ist eben auch nicht gleich weich. Soll heißen, dass es streckenspezifische Unterschiede der jeweiligen Mischungen gibt. Diese sind davon abhängig, wie sich der Bolide auf der jeweiligen Strecke tut, wie der Reifenverschleiß aussieht (u.a. abhängig von der Oberfläche des Asphalts). Besagte streckenspezifische Unterschiede der Reifenbeschaffenheit werden allerdings logisch mit „A“, „B“, oder „C“ gekennzeichnet. Cool, wa?

Uno Problemo für Pirelli

Allerdings stellt diese Änderung Ausstatter Pirelli vor einige logistische Probleme, denn: Die Farbe (rot, gelb oder weiß) der exakt selben Reifenmischung kann sich von Strecke zu Strecke ändern. Bsp: Der gleiche Pneu wird in Australien als „soft“ (=rot) tituliert, in Bahrain allerdings als „medium“ (=gelb). (Beispiel frei erfunden und wahrscheinlich nicht zutreffend.)

Böses Blistering

Eine weitere Änderung der Reifenbeschaffenheit seitens des Ausrüsters soll dem sogenannten „Blistering“ vorbeugen. Blistering ist ein Effekt, der bei zunehmender Reifenabnutzung auftritt. Durch starke Beanspruchung eines einzelnen Reifens (etwa durch eine Häufung von Links – oder Rechtskurven, oder weghängende Streckenteile), kommt es nach zunehmendem Verschleiß zur Bildung von Blasen („blisters“), die zunehmend größer werden und schlussendlich aufplatzen, was zu massiver Gripverminderung und im worst case zu einem Reifenschaden führen kann. Durch Optimierung der Gummimischungen soll dieser negative Effekt vermindert werden. Wie genau eine solche Reduktion von Statten geht, steht in den Sternen bzw. im Geheimtresor des Pirelli – Unternehmens.

Nach der Saison ist vor der Saison

Startschuss der jährlichen Pirelli-Reifenrevolution fällt vermutlich noch diese Woche, nachdem die Entwicklungsarbeiten des italienischen Alleinausrüsters traditionsgemäß in Gang gebracht werden, wenn die saisonabschließenden Reifentests in Abu Dhabi abgeschlossen sind, diese laufen gerade auf Hochtouren – mit Vettel-Bestzeit.

Das Phänomen Max Verstappen: Begnadetes Megatalent oder rücksichtsloser Rowdy?

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Auch acht Tage nach der folgeschweren Kollision beim Großen Preis von Brasilien, im historischen Autódromo José Carlos Pace, bei der der bis zum Zeitpunkt des Crashes das Rennen anführende Max Verstappen mit dem zu überrundeten Force India-Piloten Esteban Ocon kollidierte, scheinen die Wogen noch nicht ganz geglättet zu sein. Zwar versöhnten sich die beiden Streithähne durch einen öffentlichkeitswirksamen Handshake, allerdings scheint die Diskussion über den Vorfall nicht abreißen zu wollen. Doch noch einmal zurück zum ursprünglichen Geschehen:

Brillante Startphase von Verstappen

Vergangenen Sonntag, beim Großen Preis von São Paulo, Brasilien, ging der von Platz 5 gestartete 21-jährige Red Bull-Pilot Max Verstappen nach einer brillanten Startphase bereits in Runde 3 an Kimi Räikkönen vorbei, eine Runde später folgte das Überholmanöver gegen Vize-Weltmeister Sebastian Vettel. Auch der Finne Valtteri Bottas musste sich in Runde 10 gegen den Niederländer geschlagen geben, der Dank seines perfekten Rennauftaktes somit schon auf Rang 2 vorpreschen konnte. Durch ein geschicktes Kalkül der Red Bull-Taktiker gelang es Verstappen nach einem späten Boxenstopp den führenden Lewis Hamilton durch einen klaren Reifenvorteil zu überholen und sich damit an die Spitze des Rennfeldes zu setzen.

Störfaktor Ocon

Doch der Force India-Pilot Esteban Ocon machte dem Youngstar einen Strich durch die Rechnung: Der Franzose verlor bei seinem Boxenstopp wertvolle Sekunden und befand sich nach Verlassen der Boxenausfahrt überrundet zwischen dem führenden Max Verstappen und dem Zweitplatzierten Lewis Hamilton. Nachdem Ocon alles daran setzte, seinen Teamkollegen Sergio Perez, der mit einem kommoden Vorsprung von rund 10 Sekunden vor ihm lag , einzuholen, um den nicht zu unterschätzenden teaminternen Kampf für sich zu  entscheiden, beschloss Ocon den das Feld anführenden Max Verstappen zurückzuüberrunden (eine Maßnahme die im Motorsport zwar selten vorkommt, aber legal ist). Ocon versuchte von außen am Niederländer in Kurve 1 vorbeizugehen, bei der danachfolgenden scharfen Rechtskurve war der Franzose somit innen und wurde von Verstappen „eingeklemmt“, es kam zur Berührung.

Hamilton überglücklich, Verstappen in Rage

Aufgrund des Kontakts, bei dem auch beide Boliden leicht beschädigt wurden, drehten sich sowohl Verstappen, als auch Ocon aus der Kurve, Lewis Hamilton konnte durchschlüpfen, Platz 1 zurückerobern und somit seinen 72. Sieg feiern und für Mercedes AMG Petronas den fünften Konstrukteurs-Titel in Folge holen. Der wutentbrannte Niederländer (Mittelfinger-Gesten gegen seinen Crash-Rivalen und Schimpforgien am Funk inklusive) betrieb Schadensminimierung und raste vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen noch auf Platz zwei.

Gewalt ist (k)eine Lösung

Unmittelbar nach dem Überqueren der Ziellinie suchte Verstappen Ocon auf und stellte ihn unsanft zur Rede. Auch dabei fielen wüste Beschimpfungen und Verstappen schubste den Franzosen, der sich zu diesem Zeitpunkt keinerlei Schuld bewusst war, mehrmals unsanft. Ocon, der schon während des Rennens die härteste verfügbare Zeitstrafe (Durchfahrtsstrafe in der Boxengasse, +10 sekündige Standzeit, ohne dass an dem Fahrzeug gewerkt werden darf) für diese brisante Entrundungsaktion erhalten hatte, wurde gemeinsam mit Verstappen zu den Stewards zitiert. Auch der Niederländer erhielt eine Strafe: Er muss für zwei Tage öffentlichkeitswirksame Sozialarbeit für die FIA leisten; eine beliebte Maßnahme, die auch schon Sebastian Vettel 2017 nach seinem Rammstoß in Baku gegen Lewis Hamilton zu Teil wurde.

Nicht der erste Aufreger

Ob der ganze Vorfall gänzlich auf die Kappe des Force India-Piloten geht, oder ob sich der Niederländer durch mangelndes Platzmachen zumindest eine Teilschuld selbst zuzuschreiben hat, liegt im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass es zweifellos nicht der erste Aufreger ist, in den Verstappen verwickelt ist. Doch wer ist Max Verstappen eigentlich? Und wie kam es zu seinem rasanten Aufstieg in die Königsklasse des Motorsports?

Motorsport-Genetik

Als Sohn des ehemaligen F1-Piloten Jos Verstappen, wurde dem belgisch-niederländischen Nachwuchstalent der Motorsport quasi in die Wiege gelegt. 2005, also im zarten Alter von acht Jahren, begann Verstappen seine Motorsport-Karriere mit Kartfahren. 2010 zog es den jungen Piloten in die internationale Kart-Serien, wo er auf Anhieb die sogenannte KF3 Klasse gewann. Verstappen blieb bis inklusive 2013 im Kartsport, wobei er zahlreiche Siege und Titel erobern konnte.

2013 – das Debütjahr für Formelsport

2013 war dann auch das Stichjahr für den Einstieg in den Formelsport. Bei seinem Formel 3-Debüt erreichte der junge Niederländer auf Anhieb die Tagesbestzeit – also keine Frage, das Talent war schon immer da. In der Saison 2013 gelangen ihm insgesamt 3 Siege, 2 Pole-Positions und insgesamt 5 Podestplätze. Aufgrund dieser phänomenalen Leistung kam Verstappen 2014 in der europäischen Formel 3 für den Rennstall Van Amersfoort Racing zum Einsatz. Mit 10 Siegen erzielte der Niederländer den Spitzenwert an ersten Plätzen und beendete die Fahrerwertung auf Platz 3. Infolgedessen wurde Verstappen in das Förderprogramm von Red Bull aufgenommen, ein Moment, der die Karriere des Youngstars und den gesamten Formel 1 – Zirkus für immer prägen sollte.

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Bullen-Karriere

Nach Testfahrten im Toro Rosso erhielt Verstappen die Superlizenz (eine Lizenz, die FahrerInnen für Formel 1 – Rennen berechtigt) und kam 2014 beim großen Preis von Japan erstmalig im freien Training zum Einsatz. Dieser erstmalige öffentliche Formel 1 – Auftritt verschaffte ihm auch den Rekord als jüngster Fahrer, der bei einem F 1 – Veranstaltung zum Einsatz kam; der Holländer war damals gerade einmal 17 Jahre und 3 Tage alt.

Mit 300km/h ohne Führerschein

In der Saison 2015 ging Max Verstappen für Toro Rosso an den Start und konnte beim Großen Preis von Malysien mit dem siebten Rang erstmal Punkte holen und sich zum jüngsten Formel 1 – Star küren, der in die Punkteränge fuhr. Weiters gilt Verstappen bis heute als der erste F1 – Pilot, der mit unter 18 Jahren Rennen bestritt und darüber hinaus, zum damaligen Zeitpunkt nicht einmal einen Führerschein besaß. Der Niederländer konnte die Saison nach weiteren Positionierungen in den Punkterängen (u.a. zwei vierte Plätze in Ungarn und den USA) als Zwölfter in der Gesamtwertung abschließen und seinen Teamkollegen Carlos Sainz jr. deutlich überflügeln. Bei der FIA-Gala 2015 wurden Verstappen die Auszeichnungen „Rookie (=Debütant)  des Jahres, Persönlichkeit des Jahres und Überholmanöver des Jahres (Spa, gegen Felipe Nasr) verliehen.

Einsatz im Spitzenteam

Nachdem er 2016 erneut für Toro Rosso an den Start ging, entschied sich der große Bruder Red Bull Racing (zu dem ja auch das Schwesterteam Toro Rosso gehört) dazu, den Niederländer mit dem Russen Daniil Kwjat zu tauschen, seitdem fährt Verstappen für Red Bull Racing und konnte bereits bei seinem ersten Einsatz als Red Bull – Pilot einen Sieg erzielen (Großer Preis von Spanien). Es folgten weitere Siege und zahlreiche Podiumsplätze; heute kann Verstappen auf eine stolze Statistik von 5 Siegen, 21 Podestplätzen und 655 WM-Punkten verweisen. And the best is yet to come…

Nicht nur Lobeshymnen

Doch auch für seine Fahrweise machte der Holländer (negative) Schlagzeilen: So wählte Verstappen mehrmals die gefährliche Taktik „move under breaking“, um das hinterherfahrende Fahrzeug zum Ausweichen zu zwingen und damit einen Angriff abwehren zu können. Dieses Verhalten war zwar beim damaligen Zeitpunkt nicht verboten, unter Fahrern allerdings verpönt, da es so zu riskanten Auffahrunfällen kommen kann. Nachdem Verstappen 2016 öfters negativ durch diese Manöver auffiel (u.a. gegen Lewis Hamilton und  Kimi Räikkönen), präzisierte die FIA ihr Regelwerk und untersagte fortan „move under breaking“.

Piloten trotzen dem FIA – Regelwerk

Trotz des Verbots ist diese Defensiv-Taktik noch gelegentlich bei Rennen zu beobachten und wird häufig mit Strafen sanktioniert. Der dänische Haas – Pilot Kevin Magnussen erregt etwa öfters durch „move under breaking“ Aufmerksamkeit, eine Aktion die häufig Formel 1-interne Unbeliebtheit zur Folge hat. Weiters fiel Verstappen öfters durch Kollisionen oder Ausfälle auf, die auf menschliches Versagen bzw. falsche Selbsteinschätzung/Überschätzung zurückzuführen sind. So wurde auch ein fieser Instagram-Account eines „Fans“ namens „Crashtappen“ eingerichtet, der zahlreiche Fehler, Kollisionen und Crashs der Niederländers zeigt und ihn zum Rücktritt bewegen soll.

Nicht an Kritik interessiert

Dass den Youngstar solche Sabotage-Aktionen vermutlich kaltlassen, ist sonnenklar, denn Verstappen besitzt zweifellos ein riesiges Renntalent. Dazu kommt, dass der junge Niederländer auf eine für sein Alter extrem steile Karriere zurückblicken kann, vermutlich wie kein anderer Rennfahrer weltweit. Dass Verstappen über wahres „Rennblut“ verfügt, zeigen auch seine emotionalen Reaktionen während der zahlreichen Rennwochenenden. Unprofessionelle Ausraster (Beleidigungen, Handgreiflichkeiten, etc.) sind vermutlich auf das Alter von 21 Jahren zurückzuführen.

Emotionen sind Teil des Sports

Weiters werden Verstappens Handlungen von einigen Ex-Piloten verteidigt, wie etwa von Mark Webber, der der Ansicht ist, diese Emotionen gehören zum Sport und sollten gar nicht bestraft werden. Am besten lässt sich das Phänomen Verstappen wohl von Mercedes Chef Toto Wolff zusammenfassen:

„You can see that there is a future champion coming together. Unbelievable talent and speed. And I think once the raw edges are off, he will be somebody who will be a world champion one day. In a few years he will look at the footage (of Brazil) and maybe have his own opinion about whether that was the right behaviour or not. But you can’t accelerate these things, this is a learning process.“

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Erster Blogbeitrag

Hallo und herzlich Willkommen, liebe Motorsport-und Formel 1 Begeisterte!

In diesem Blog erfährt ihr alles, was sich in der Formel 1-Welt gerade so abspielt, von den aktuellsten Resultaten, über Crashes, Teamtaktiken, bis hin zu emotionalen Momenten; Motorenmusik hält euch up to date im F1-Zirkus und wünscht euch viel Spaß beim Verfolgen der Beiträge, sowie im Motorsport selbst! Bleibt dran!